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Der Vorfeldbus von 1960 bis heute |
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Der erste Vorfeldbus: Ein Neoplan
Weltweit werden jährlich nur 250 Vorfeldbusse verkauft. Trotzdem bieten gleich mehrere Hersteller die unterschiedlichsten Lösungen, um Fluggäste vom Terminal zum Flugzeug zu befördern. Vom einfachen Sattelschlepper über den leicht modifizierten Großserien-Stadtbus bis zur individuell maßgeschneiderten Spezialkarosse reicht das Angebot der Vorfeldbusse.
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Neoplan von Anfang an dabei |
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Neoplan kann für sich den Vorteil verbuchen, von Anfang an dabei zu sein. 1960 entwickelten die Schwaben für den Frankfurter Flughafen den ersten eigenständigen Vorfeldbus. Da der Bus immer auf dem Flughafengelände bleibt, muss man sich nicht an die Vorgaben der StVZO halten. Das Konzept mit Frontmotor, Vorderradantrieb und über die gesamte Wagenlänge durchgehend niedrigem Fahrzeugboden setzte sich weltweit durch und wird bei Neoplan bis heute angewandt. Die Forderung nach mehr Fahrgastkapazitäten führte in den siebziger Jahren zu 3,75 Meter breiten Großraumfahrzeugen.
Ein Einzelstück bleibt auch die Neoplan Galaxy Lounge, die Neoplan für den Flughafen Djiddah in den Vereinigten Arabischen Emiraten baut. Der 17,8 m lange, 4,6 m breite und 4,8 m hohe Vorfeldbus bietet auf zwei Ebenen Platz für 432 Fahrgäste. Nachteil des innovativen Konzeptes war die relativ lange Zeit, die die Gäste benötigten, um in das Flugzeug umsteigen zu können.
Nach Produktion in Plauen und Slowenien werden die Vorfeldbusse heute von Viseon in Pilsting gefertigt. Die neueste Generation präsentiert sich mit vier unterschiedlich langen und breiten Fahrzeugen in einem unverwechselbar futuristisch-anmutendem Styling. Auch heute werden immer noch spezielle Kundenwünsche berücksichtigt. |
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Contrac startet 1990 und wird Weltmarktführer |
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Einen ganz anderen Weg geht Contrac. Nicht nur aufgrund des Aluminiumgerippes nehmen die Cobus-Vorfeldbusse eine Sonderstellung ein. Innerhalb weniger Jahre nach Markteinführung 1990 erreichten Cobus-Produkte die weltweite Marktführerschaft. Die Vorfeld-Riesen werden auf sparsamste Weise produziert: Einmal ermöglicht das Schweizer Cobolt-Verfahren eine kostengünstige Montage, die zudem bei Caetano in Portugal stattfindet. Außerdem wird der komplett ausgestattete Bus in nur zwei Versionen (2700 und 3000 Millimetern Breite) angeboten. Die Kundenzuordnung im Rahmen einer Groß-Serienfertigung erfolgt erst kurz vor Fertigstellung. Ähnlich wie Neoplan setzt Contrac auf das Prinzip des Triebkopfes. Der vordere Fahrschemel, der den Motor aufnimmt, ist eine Konstruktion mit Quertraversen und Auslegern für die Befestigung der Karosserie. Motor, Getriebe und Nebenaggregate lassen sich mit einem Hubstapler schnell und bequem ausbauen. Zugkopf und Schleppachse stammen von NAW, die angetriebene Lenkachse sowie der Motor von Mercedes. Der Typ 3000 ist 3 Meter breit und 13,9 m lang. 112 Fahrgäste finden Platz an Bord, wobei Sitzplätze an der geschlossenen Heckwand sowie vor und hinter den Radkästen zu finden sind. Die Aluminiumbauweise garantiert eine lange Lebensdauer, was sich paradoxerweise in den jährlich immer weiter steigenden Absatzzahlen zeigt. Über 2000 Fahrzeuge sind weltweit an 200 Flughäfen in 80 Ländern im Einsatz. Hier geht es zur Website von CONTRAC mit den Bastelbögen! |
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Berkhof startet 1997 einen Versuch |
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Eine rationelle Fertigung mit nur einem Baumuster verfolgte auch Berkhof mit seinem „President“, der als Prototyp 1997 vorgestellt wurde. Rund zehn Prozent des Marktes waren das erklärte Ziel der Holländer. Helfen sollte dabei das Baukasten-Prinzip der Niederflurbusse, aus denen sich der 14 Meter lange und 3 Meter breite „President“ für insgesamt 150 Personen ableitete. Somit sollte der Bus von Anfang an technisch ausgereift und vor allem preiswert sein. Der President wurde zusammen mit potentiellen Kunden entwickelt, um den Bedürfnissen des Marktes zu entsprechen. Am Markt konnte sich der Bus jedoch nicht behaupten, die Produktion wurde eingestellt, bevor die geplante zweite Generation realisiert wurde. |
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Andere Länder, andere Sitten - Ayats, Noge und Obradors |
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Ayats Vorfeldbus
Noge Vorfeldbus
Obradors Vorfeldbus |
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Andere Länder, andere Sitten. In Spanien sind immer noch Sattelschlepper mit Spezialauflieger im Einsatz. Obradors konzipiert Auflieger mit nur 200 Millimetern Bodenhöhe und ansprechendem Design. Der Nachteil, dass immer drei Achsen angeschafft und unterhalten werden müssen, gleicht sich durch den extrem günstigen Anschaffungspreis wieder aus. Der sozusagen gelungene Kompromiss kann je nach Kundenwunsch entsprechend breit gebaut werden, zusätzlicher Stauraum für Gepäck und Serviceeinrichtungen wie die Klimaanlage entsteht über der Sattelkupplung. Über drei Dutzend Vorfeldbusse vom Typ Air hat ACS-Ayats im heimischen Markt verkauft. Seit 1992 bauen die Spanier Vorfeldbusse, die neben zwei Seitentüren auf jeder Seite auch noch eine fünfte Einstiegsmöglichkeit auf der rechten Seite in Höhe des Fahrerplatzes boten. Der Motor (wahlweise Mercedes-Benz, MAN oder Deutz) der 15 Meter langen und 3,75 Meter breiten Busse ist im Vergleich zu anderen Herstellern im Heck platziert. Dadurch gehen Stehplätze verloren, der AIR bietet bei 15 Metern Länge nur Platz für 158 Personen. Auf Wunsch bauen die Spanier den Vorfeldbus auch mit zwei Fahrerständen. Ein Nachfolgermodell wurde nicht mehr realisiert. |
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Van Hool baut bis 1990 |
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Wie schnell sich der Markt verändern kann, zeigt das Beispiel Van Hool. Seit 1980 bauen die Belgier Vorfeldbusse. In den letzten Jahren haben sich die Absatzzahlen jedoch eindeutig in Richtung der Shuttle-, Crew- und VIP-Busse, die aus dem Standardprogramm abgeleitet werden, verschoben. In ihrer Blütezeit sind zwei Varianten des Vorfeldbusses verfügbar: Der AP1130 sowie der AP1137. Die beiden Fahrzeuge unterscheiden sich in der Breit, die 3 bzw. 3,7 Meter beträgt. Der AP1137 ist mit 1,6 Metern nicht nur länger als der AP1130, sondern kann auch mit zwei Fahrerplätzen geordert werden. Der dann 16,3 Meter lange Vorfeldbus bot 230 Fahrgästen Platz. Um die Erfahrung und das Know-how zu unterstreichen, wurde mit dem AP 1237 erstmals ein Volumenriese ohne festen Kundenauftrag entwickelt und gebaut. Auf 14,6 Metern Länge und 3,75 Metern Breite sind zwei Führerstände, acht Türen und Platz für 200 Personen geschaffen worden. Mangels Nachfrage wurde die Produktion der Vorfeldbusse im Jahr 1990 eingestellt. |
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Auch ÖAF Gräf und Stift baut nur bis 2000 |
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Die MAN-Tochter ÖAF Gräf und Stift verwandelte mit wenig Aufwand serienmäßige Niederflur-Stadtbusse in Airport-Varianten. Auch für den Vorfeldbus griffen die Österreicher auf Komponenten aus dem MAN-Baukasten zurück. Ein Großteil der Fahrzeuge ist in den USA und in arabischen Ländern im Einsatz, der erste Vorfeldbus wurde 1978 gebaut. Mit dem Gesicht des Reisebusses SR240 und 3.500 Millimeter Breite sowie 14,3 m Länge setzen auch die zwei Fahrerstände ein optisches Zeichen, sind aber auch sicherlich funktional bedingt, denn bei einem Radstand von 8.700 Millimetern und der großen Breite ist der Bus so relativ einfach zu manövrieren. Da beide Achsen gelenkt sind, hat der Bus einen Wendekreis von „nur“ 24 Metern und kann sich durchaus mit einem 12m Omnibus messen. 132 Fahrgäste können durch fünf Doppelfalttüren stehend oder aus zwei Sitzbänken die Fahrt auf dem Vorfeld genießen. Nach 45 Exemplare folgt 1988 die nächste Genration, die es optisch fast unverändert auf 15 Exemplare bringt. Im Vergleich zum Vorgänger ist der Motor jetzt ganz auf die Seite hinter den Fahrerplatz gerückt. Die Kraftübertragung erfolgt hydrostatisch, sodass der Bus ruckfrei anfahren und stufenlos beschleunigen kann. Der kürzere Nachfolger mit 13,6m Länge hat dementsprechend auch mit nur 19,4 Meter einen kleineren Wendekreis. Die letzten Busse wurden 1990 für den Flughafen von Chicago gebaut. Offiziell eingestellt wurde das Angebot im Jahr 2000, als man mit Neoplan den Urvater des Vorfeldbusses im Konzern hatte. |
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Janus Bus aus Italien |
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Janus Bus aus Italien wurde Mitte der Achtziger ins Leben gerufen. Neben Catering- und Bodenfahrzeugen gehören auch Vorfeldbusse zum Programm. Knapp 40 wurden bis heute gebaut, sie kommen ausschließlich auf italienischen Flughäfen zum Einsatz. Der größte Bus namens Janus Bus 40 ist 16 Meter lang und 3,75 Meter breit. Neben zwei Türen an der Front gibt es je zwei pro Seite, insgesamt können bis zu 200 Passagiere befördert werden. Sie steigen fast stufenlos, denn der Bus kann bis auf Bodenniveau des Vorfeldes abgesenkt werden. Beim größten Modell sitzt der Motor auf dem Dach, die Kraft wird hydrostatisch über Leitungen an die Räder übertragen. Diese Konstruktion erlaubt neben insgesamt vier Seitentüren auch noch breite Türen an den Stirnseiten und damit einen besonders effektiven Fahrgastfluss. |
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Kässbohrer Setra Jet 90 |
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Auch Kässbohrer-Setra war im Markt der Vorfeldbusse aktiv: Der Setra Jet 90 wurde 1968 vorgestellt. Mit Frontmotor, Frontantrieb und Niederflur hinter dem Triebkopf bot er insgesamt Platz für 90 Fahrgäste. 20 Sitzplätze waren an den Seitenwänden des großzügig verglasten Vorfeldbusses installiert, 70 Stehplätze gab der Fahrgastraum her. Für den ebenen und flachen Boden und nur 25 cm Einstiegshöhe werden hinten zwei Achsen mit kleinen Rädern verbaut. Der 11,5 m lange und 2,5 m breite sowie 3,1 m hohe Jet 90 wurde von einem 135 Ps starken 5-Zylinder-Dieselmotor von Henschel angetrieben. Der nur in wenigen Exemplaren im Dortmunder Werk für den Flughafen Hannover gebaute Jet 90 findet keinen Nachfolger. |
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Trepel Lift Lounge |
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Die Idee, den Vorfeldbus so zu gestalten, dass er den Transport bis zur Kabinentür des Flugzeugs übernimmt, setzte Trepel mit mehreren Fahrzeugen für den Flughafen Düsseldorf in den achtziger Jahren um. Die sogenannte Lift-Lounge, ein 16 Meter langes und 5 Meter breites Fahrzeug, hebt den ganzen Fahrgastraum an, so dass die Passagiere ohne über eine Treppe zu gehen, das Flugzeug betreten. Hierzu nutzen die Ingenieure ein ausgefeiltes hydraulisches Scheren-Hubsystem. Schon in den 70er Jahren überraschte Trepel mit dieser Idee, als zusammen mit Neoplan eine erster Lift gebaut wurde. |
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Tecksol mit Hydraulikstempel |
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Ähnlich abgehoben ist das Fahrzeug, das der kanadischer Hersteller Tecksol vorstellte: Im Plane-Mate verbinden sich Vorfeldbus und Warteraum. Schwarze Ledersessel und ein klimatisierter Innenraum, wie der eines Terminals. Rund 200 Fluggäste gelangen trockenen Fußes ohne Treppensteigen direkt in das Flugzeug. Zwei Hydraulikstempel heben den Fahrgastraum an, der Übergang zum Flugzeug gleicht dem einer traditionellen Fluggastbrücke. Im Vergleich zu einem Vorfeldbus lassen sich die Ein- und Ausstiegszeiten um 50 Prozent minimieren. Die Anschaffungskosten sollen nach Herstellerangaben deutlich unter denen für eine Fluggastbrücke und geringfügig über einem Vorfeldbus liegen. Weltweit fahren 120 Plane Mate, nur nicht in Europa. |
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Neue Anbieter aus China mit bekannter Konzepten |
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Relativ neu am Markt sind Anbieter aus China, beispielsweise King Long, Xinfa und Youngman. Aber auch osteuropäische Anbieter wie MAZ haben Vorfeldbusse im Angebot. Um der landesweiten Mobilität und den neuen Flughäfen mit dem wachsenden Beförderungsanspruch gerecht zu werden, haben die Chinesen den Vorfeldbus in ihr Produktionsangebot aufgenommen. Wie auch bei Linien- und Reisebussen orientieren sich die Chinesen gerne an vorhandenen Konzepten und drücken diesen durch Nachahmung ihre Anerkennung aus. So baut Youngman als Lizenznehmer von Neoplan-Omnibussen auch einen Vorfeldbus, der sich dem Neoplan Fahrzeug optisch sehr nähert.
Youngman Vorfeldbus
Den Xinfa Vorfeldbus gibt es wahlweise mit 2,7 oder 3 Metern Breite und vier oder sechs Türen. Die Fahrzeuglänge beträgt 13,4 oder 13,8 Meter, die Einstiegshöhe für die 112 Passagiere maximal 27 cm.
Xinfa Vorfeldbus
Die Fahrerkabine ist beidseitig über eine Tür zu besteigen, die Antriebseinheit ist wie bei Contrac oder Neoplan im vorderen Bereich verbaut. King Long nennt seinen Vorfeldbus XMQ6139B. Hinter dieser Bezeichnung verbirgt sich ein 13,8 m langer, 3 m breiter und 3,2 m hoher Vorfeldbus mit sechs Außenschwingtüren.
King Long Vorfeldbus
Der Radstand beträgt 7 m, die Höchstgeschwindigkeit des Cummins-Motors beträgt 50 km/h und soll mit dem stufenlosen Getriebe ruckfrei und sanft erreicht werden. 120 Fahrgäste können befördert werden, zehn davon sitzend.
MAZ Vorfeldbus
Der Vorfeldbus von MAZ aus Minsk in Weißrussland misst 14,4 m Länge, 3,15 m Breite und 3,2 m Höhe. Angetrieben wird der Vorfeldbus von einem Deutz-Motor, das Getriebe stammt von ZF. Im MAZ-171 Vorfeldbus können 122 Personen befördert werden, 6 davon sitzend. |
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© Text- und Bildmaterial Redaktion modellbus.info und/oder Hersteller |
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Hier geht es zur Website von CONTRAC mit den Bastelbögen! |
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Hier geht es zur Vorfeldbussen von Viseon (offizielle Website)! |
